Muffin - das etwas andere Rezept

Eine Ostfriesin gründete im Februar 2012 die bisher in Deutschland einmalige Einrichtung für chronisch kranke und körperlich behinderte sowie todgeweihte Katzen. Derzeit warten 83 Katzen auf einen Paten.

 

Muffin - groß und mächtig, schwarz-braun, aber nicht angebrannt sondern zuckersüß und mit diesem berühmten fragenden Blick:" Können diese tiefbraunen und treuen 

Augen lügen?" Diese Augen erzählen von einem sehr bewegten Leben mit Happy-End.

 

Bei diesem Muffin handelt es sich um einen Labrador mit einigen unbekannten Zutaten, die allerdings immer sein Geheimnis bleiben werden.

Muffin - sehr lieb, ansehnlich, anschmiegsam - ein Schmeichler für Körper und Seele, der aus einem Tierheim stammt und nicht nur einfach ein Hund ist sondern Namensgeber für eine in Deutschland einmalige Einrichtung für Tiere, die sonst 

keiner mehr haben will. Tiere, die nicht unserem "Ideal" entsprechen sind hier jederzeit willkommen! Darf ich vorstellen: Muffin and Friends e.V. 

Auf dem Hof von "Frauchen" Anne, die ursprünglich aus Emden stammt, und ihrem Mann Heiner im Ammerland/ Niedersachsen, halten sich zur Zeit  83 Katzen auf. 

Die Mehrzahl von ihnen ist behindert, d.h. blind, taub, dreibeinig oder einäugig.

 

Die Katzen, die äußerlich völlig unbeschadet wirken, haben organische Probleme, wie Leukämie, sind leber-, herz - oder nierenkrank.

Viele von ihnen mußten in ihrem bisherigen Leben seelische Qualen durchleben, erdulden oder sind schon von 

Geburt an behindert, wie z.B. "Jäcky", ein wunderschöner Perserkater, der sich bereits im Mutterleib mit Katzenseuche infizierte und seit seiner Geburt behindert ist und dadurch neurologische Defizite (Ataxie/"Wackelgang") aufweist.

 

Obwohl diese Tiere behindert, krank oder todgeweiht sind, sprühen sie vor Lebensfreude und toben mit vollem Elan sowohl im Haus als auch in der Scheune herum, in denen sie sich frei bewegen und so die Gegend durchstreifen und 

erkunden können. Seit kurzem steht ihnen auch ein Freigelände zur Verfügung, das jetzt allerdings zum Schutz der in diesem Hospiz befindlichen Katzen eingezäunt werden musste.

Wir hielten es nicht für möglich, aber es gibt leider 

immer noch Menschen, die es wohl als Belustigung ansehen, diese bereits "gehandicapten" Katzen mit Fallen einzufangen, um ihnen dann aus nächster Nähe in den Kopf zu schießen. Dieses Schicksal ereilte "Tia", die sich schwer verletzt aus 

einer solchen Falle befreien und zu Anne auf den Hof schleppen konnte, wo sie Hilfe fand. "Tia" hat diese verabscheuungs-würdige Tat überlebt, genau wie "Felicitas". Sie wurde von einem Autofahrer, der sie anfuhr, einfach unbeachtet, 

verletzt und hilflos am Straßenrand zurück gelassen.

Sie wurde erst nach einigen Tagen von einer anderen Person gefunden und von Anne zum Tierarzt gebracht. 

Inzwischen hatten die Maden in ihren Wunden ganze Arbeit geleistet. "Felicitas" verlor dadurch zwar ein Auge, aber nicht ihren Lebensmut und ihre Lebensfreude.

Vielen Tieren könnte eher geholfen werden, wenn wir Menschen nicht ständig mit verschlossenen Augen durch die Gegend laufen oder, wie im Fall von "Felicitas", einfach wegschauen würden! Das beste Beispiel dafür ist "Happy- Feet", ein stattlicher, heimatloser Hauskater, der aufgrund der Ignoranz eines unserer Mitmenschen gezwungen war, länger als ein Jahr mit einem offenen Beinbruch zu leben. Nachdem Anne ihn durch Zufall gefunden hatte, war sein Bein nicht mehr zu retten und musste amputiert werden

- oder der bedauernswerte "Ben", der heute immer noch um sein Leben kämpft, weil ein Anruf Anne zu spät erreichte. Mit den Worten, "es schleiche seit geraumer Zeit ein streunender Kater um sein Haus", meldete sich ein Mann bei Anne, die sofort losfuhr, um das Tier zu holen. Ihr bot sich ein Anblick, der ihr heute noch das Blut in den Adern gefrieren lässt, wenn sie daran denkt. Sie fand "Ben", einen etwa 10 Jahre alten Hauskater mit einem Gewicht von 1,7 Kilogramm! Unvorstellbar, aber wahr.

Diese sind nur vier von 83 Einzelschicksalen. Anne und "der beste Ehemann der Welt", wie sie ihn nennt, der sie auch stets tatkräftig in ihrem Engagement für diese Tiere unterstützt, waren vor Gründung dieser Institution jahrelang für den Tierschutz Ammerland unter anderem auch als Pflegestelle tätig.

Sie rief dann im Februar des Jahres 2012 das Katzenhospiz und Pflegeheim ins Leben, um gerade diesen unerwünschten Katzen ein artgerechtes Zuhause in Ruhe und Frieden zu ermöglichen.

Ihr Katzenhospiz ist nicht zu vergleichen mit einem Tierheim, denn die hier lebenden Tiere werden nicht vermittelt sondern können in gewohnter Umgebung ihre letzten Tage oder Monate unbehelligt und in Würde genießen.

Damit Anne für ihre "Schützlinge" zukünftig die dringend notwendige, tierärztliche Versorgung sicherstellen und ihre Verpflegung garantieren kann, bietet sie Patenschaften für jede einzelne Katze an. Anne könnte Hilfe jeglicher Art gut gebrauchen, seien es nun Kratzbäume, Decken, Futter, Liegekörbe, Katzenspielzeug, Spenden, Mitgliedsbeiträge oder Patenschaften, die mit dem Tode des jeweiligen "Katzen-Patenkindes" enden würden.

 

Weitere Informationen zu den einzelnen Katzen und deren Schicksale, der Einrichtung oder der Übernahme einer Patenschaft sind unter folgender Internet-Adresse zu finden: www.muffinandfriends.com. Falls Sie als Tierfreund, den ein oder anderen Euro entbehren können, denken Sie bitte 

daran: jeder Euro hilft und kommt auch garantiert zu 100% bei diesen Tieren an. 

Pfötchen drauf!

 

Wenn Sie das Herz am rechten Fleck haben, immer schon helfen wollten, selbst aber aus verschiedenen Gründen kein eigenes Tier haben können, so wäre hier die Möglichkeit, Gutes zu tun, und auch Ihr "Katzen-Patenkind" glücklich zu machen und ihm noch einen schönen Lebensabend zu gewährleisten. 

Vielleicht nennen Sie ja bald "Tia", "Felicitas", "Happy-Feet", "Ben" oder eines der übrigen 79 Schützlinge Ihr "Katzen-Patenkind"!

Text: © Marianna Weisheit

Fotos: © Peter Weisheit privat